Musik zu beschreiben ist im Grunde ein zum Scheitern bestimmtes Unterfangen. Man nutzt die Mittel des Vergleichs, sucht händeringend nach Synonyme, hantiert mit Begrifflichkeiten und vergibt unzureichende Adjektive. Aufgabe: Beschreib mir, wie eine Erdbeere schmeckt. Wie fühlt es sich an, wenn Du in einer lauen Sommernacht den Sternenhimmel betrachtest? Beschreibe mir mit diesen Ton, diese Melodie und diesen Rythmus. Dem Rezensent, zumal wenn begabt, mag das hin und wieder gelingen. Mit meinen bescheidenen schreiberischen Fähigkeiten wird`s schon schwieriger. Das zu rensierende Album heisst “Butterfly Wing Theory – Part 1 – Think Tank” und stammt von dem instrumentalen Musikprojekt Artridge.
In einer meiner letzten Radiosendungen hatte ich das Album vorgetellt und mich gefragt, was den “Progressive Post-Industrielle Kammermusik” wäre. So wird die Musik von dem Duo selbst genannt. Die beiden vorgestellten Songs “Halo” und “Milkbar” liefen immerhin erst kurz vor Mitternacht und trotzdem bekam ich begeisterte Mails von Hörern.
Das Album ist unberechenbar, spannend und kaum einem Genre zuzuordnen. Electronic wird mit Drum`n`Bass und südamerikanischen Rythmen vermengt. Post-Rock mit progressiven Experimentalsounds. Dazu Industrial, Ambient, Fieldrecordings und ethnologische Verweise, Dramatik, cineastische Dramaturgie und immer wieder Abschweifungen in den Jazz. Und trotzdem bleiben die elenden Vergleiche nur Makulatur und schlagen letztlich fehl. Und damit wären wir wieder am Anfang. Konsequenterweise ist die Homepage der Band unter aller Kanone und MySpace wird verweigert. Der Versuch einer Rezension ist fehlgeschlagen. Unbedingt anhören. Unglaublich.
Wertung: 8.5/10
weitere Infos: Artridge Homepage | Musicline (kann man das Album vorhören, allerdings nur als WMA)

