Als da wären Hurts, Project:Komakino, XX und zum Schluss ein Song von Radiohead

25 Aug

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Schon mal etwas von Hurts gehört? Ich bisher nicht. Bis mir auf Intro, dem überflüssigsten aller zeitgeistigen Werbe(Musik)magazinen zwei geleckte Visagen entgegen blickten. Hurts kommen aus England, sind dort die angesagtesten “Popperschweine” schlechthin und machen auf 80er Synthie. Natürlich wird neugierig der Rechner unter Strom gesetzt und gegoogelt. Die beiden pomadigen Schönlinge haben mit ”Wonderful Life” sogar einen Hit und drohen jetzt mit einem Album. Bei wem zum Teufel haben die beiden Herrschaften geklaut? Das kenne ich doch. Bronski Beat? Das hört man doch seit Jahren in diesen schrecklichen Das-Beste-der-Achtziger Radiosstationen. Verdammt, mit fällt es nicht ein. Aber Hurt sind mit Heaven 17 (die starten gerade ihre 354. Reunion) verwandt. Und sie kennen jeden Gassenhauer von OMD (die bespielen gerade im Auftrag des  NDR alle norddeutschen Heilbäder) und Human League (die sind wohl auch noch unterwegs). Hurt  haben jeden Ton von ABC und Spandau Ballet verinnerlicht und sich von Duran Duran und Ultravox jedes Gefiepe unter den Nagel gerissen. Hatte der ganze Kling-Klang in den Achtzigern seine Berechtigung, die Folterei im Radio hört immer noch nicht auf, so ist jetzt langsam mal gut. Schluss, Aus, Feierabend.

Hurts – Wonderful Life

Und sollte der Leser die Musik der 80er nicht nur wegen der geilen Frisuren lieben, dann möge er gefälligst The Cure, meinethalben auch Depeche Mode hören oder sich düsteren Klängen der Neuzeit zuwenden. Ich empfehle zum Beispiel die britische Band Project : Komakino. Die erfinden das Rad zwar auch nicht neu, munden mir aber um einiges besser als die zwei bepinselten Lackaffen. Düsterer Post-Punk mit tief  gestimmter  Gitarre und sonoren Gesang erinnert an New Order (Joy Division darf auch genannt werden) und sind gesundheitlich unbedenklich.

Project : Komakino – Nebula

Nachmittags. Es herrscht Frieden. Überraschenderweise war mein Töchterchen kommunikationsfreudig und von ausnehmend freundlichem Wesen. Sie mag Hurts nicht. Puh. Komm doch mal, ich zeige dir  meine Lieblingsvideos. Die habe ich auf dem Hurricane gesehen. Unglaublich fette Bässe. Ich habe mir dann die beiden Videos von XX angeschaut und anerkennend genickt. Ich hatte eher Schreckliches erwartet und mir  innerlich auf die Schultern geklopft.

XX – Basic Space

XX – Crystalised

Sie wollen mit ihrem minimalisten Synthie und Gitarrenzeugs ganz gross rauskommen. Durchaus wohlwollend wurde die unterkühlte Musik von der britischen Presse abgefeiert. Vielleicht klappt es, vielleicht auch nicht. Die heranwachsenden Schlauberger aus London nennen sich googlefreundlich XX, tragen schwarz und wurden von mir bisher nicht weiter beachtet. Das ist ihnen und mir herzlich egal, nur meiner Tochter nicht. Ich habe sie natürlich ob ihres guten Musikgeschmacks gelobt. Das war wahrscheinlich ein Fehler. Kinder hören doch eigentlich genau das Gegenteil von dem, was ihrer Eltern hören. Doch das muss ja nicht immer stimmen. Im übrigen findet die kleine Dame auch Radiohead und Johnny Cash gut. Doch nicht alles falsch gemacht.

Radiohead – Everything in it’s right place

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5 Antworten zu “Als da wären Hurts, Project:Komakino, XX und zum Schluss ein Song von Radiohead”

  1. MarioB.hihikikerikisupidupi 25. Aug, 2010 at 11:49 #

    Also, du/ihr habt hier ja immer astreine “underground” Musik, aber JETZT erst was von XX? die sind mittlerweile auch kein underground mehr. (:

    Ich guck hier jedenfalls immer täglich vorbei auf der suche nach neuer Musik, aber vielleicht habt ihr ja mal lust euch was von “Screaming Lights”, “Dial M for murder!” oder “Kilians” anzuhören.

    sind alles großartige Bands und hätten es auch mal verdient erwähnt zu werden

    lg
    Mario

  2. Peter 25. Aug, 2010 at 14:20 #

    Da magst Du Recht haben. Aber die mehr als ärgerlichen Gesetzmässigkeiten bezüglich des Raum-Zeit-Kontinuums (der Tag hat nur 24 Stunden und es gibt noch ein Off-Line-Leben) bedeuten, ich werde NIE alles Hörenswerte mitbekommen, sondern nur an der Oberfläche kratzen. Und im übrigen ist das quasi ein Einmann-Unternehmen und kein Revolverblatt mit zig Mitarbeitern.

    Und Dial M for Murder wurden von Benedikt (wo ist der eigentlich?) schon bewundert:
    http://www.schallgrenzen.de/dial-m-for-murder-letztes-lodern-am-abendhimmel/

  3. SomeVapourTrails 25. Aug, 2010 at 22:34 #

    Nichts gegen dich, aber ich vermisse Benedikt auch ;)

    Und ja Hurts machen ihrem Namen alle Ehre. Überflüssige Epigonen. Ganz schlimm, medial überrepräsentiert.

    Gegen Intro als Magazin, in dem man durchaus interessiert blättert, habe ich eigentlich nichts. Lese es zwar nur einmal im Jahr, aber dann mit Interesse. Problematischer erscheint mir die Webseite, die so geballt wirklich zuviel Angesagtes zu berichten weiß.

  4. E.T. 26. Aug, 2010 at 11:23 #

    Jetzt aber mal ganz im Ernst: Von wem haben Hurts geklaut? Das ist wirklich kein Witz und geht jedem so … “man hat das doch irgendwo schon mal gehört…?!?”

  5. Peter 26. Aug, 2010 at 12:32 #

    Ich sage nur Bronski Beat und Thompson Twins. .

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