Diese Plattenkritik ist gar keine Kritik. Es ist eine Lobhudelei. Ich schätze mal, da habe ich einen der Kandidaten des “Albums des Jahres” gehört. Die Rede ist von Aereogramme und “My Heart Has A Wish That You Would Not Go”. Fakt ist, die bekennenden Bartträger aus Glasgow haben sich musikalisch neu positioniert. Die Meister der Laut-Leisefraktion und ihre krachenden Gitarren haben sich merklich zurückgenommen. Die brachiale Wut, die wüsten Soundorgien auf Alben wie ” A Story In White” und Sleep & Release” sind Ad acta gelegt. Da auf Grund meiner langjährigen statistischen Untersuchungen auf einem Album immer das vierte Stück das Beste ist, soll die Musik anhand von “A Life Worth Living” aufgedrösselt werden. Erstens, es ist der beste Song der CD. Zweitens, es gibt noch neun weitere Songs, die erhaben und voller grossartiger Melodien und einer gesunden Portion Pathos sind.

“A Life Worth Living” ist von wahrhaftiger Größe, leise und besinnlich am Anfang, mit grossartiger Steigerung, Piano und Violinen, dazu flächige Gitarren, der Song bäumt sich auf und wächst majestetisch. Hinzu kommt der Gesang von Craig B. Der ist sensationell , wenn ich mal so sagen darf. Grossartige Gesangsmelodien werden souverän gemeistert. Vielleicht war die monatelange Laborierung an einer fiesen Halsinfektion mit einer der Gründe, es besinnlicher anzugehen. Wer weiß das schon?
Fette und aufwendige Soundflächen, dominiert von gefühlvollen Streicherarrangements lassen zwar an Bands wie Snowpatrol denken, aber der Eindruck lässt sich nicht aufrecht erhalten. Aereogramme kriegen bei jedem Song die Kurve. Wird der Pathos und das Aufbäumen mittels flächigen Streichersounds zu übermächtig, wird erfolgreich mit Gitarrensound dagegengehalten. Ich bin froh, das sich Aereogramme für Veränderungen entschieden haben. Den Jahrhundertsong “A Life Worth Living” hätte es sonst sicher nicht gegeben. Aber natürlich ist auch Track Nummer 1 “A conscious Life For Coma Boy” wunderbar. Oder “Barriers”, eine schleppende Indie-Pop Perle, mit jubilierenden Violinen und dramatischen Gesang. Auf dem Album wird ein ganzes Arsenal an Schönklang aufgeboten. Leise Pianoklänge, Bläser, dramatisches Streichorchester, Flöten und Glockenspiel. Wunderbar auch “Exit” , fast schon überirdisch schön, und als letzten Track das wahre Juwel “You`re Always Welcome”. Da habe ich jetzt aber wirkich ganz schön “Gelobhudelt”.
Wertung: 9/10
Ähnliche Musik: Isis (das letzte Album) | Explosion In The Sky (ohne Gesang)
Anspieltipp: Jeder Song
Homepage: Arerogramme | MySpace
Album kaufen: My Heart Has a Wish That You Would Not Go





psst… bestes Album ist doch schon Blackfield! ;)
Werde mir die Aerogramme jetzt mal zu Gemüte führen… einen Song habe ich mal im Radio gehört, und der hat mir schon mal gefallen!
In was für ein Radio? Ich hoffe doch Radio Tonkuhle
im übrigen ist die morgige Sendung bestimmt was für dich. Ein paar richtig tolle Sachen gibt es zu hören
Unschöne Neuigkeiten: Aereogramme haben vergangenen Freitag verlauten lassen, dass die Band sich nach ihren Festivalauftritten in diesem Sommer auflösen werde.
Die Begründung ist ebenso nachvollziehbar wie deprimierend. Zitat: “[...]the never ending financial struggle coupled with an almost superhuman ability to dodge the zeitgeist have taken their toll, ensuring that we just don’t have any fight left in us.”
Was für eine beschissene Welt.
Ein echtes Trauerspiel Jeder in der Band hat mindestens noch einen Job, um seine Brötchen zu verdienen. Craig B., Sänger und Schreiber arbeitet neben seinem Job als Musiker noch als Pflegekraft und Koch! Die Jungs können scheinbar von ihrer grossartigen Musik nicht leben.