Damals, als es noch kein Internet gab, da traf man sich beim Kumpel, hockte sich vor die opulente Anlage, möglichst ins goldene Dreieck vor fette Boxen und spielte sich gegenseitig und stundenlang die neuesten musikalischen Entdeckungen und Einkäufe vor. Ist heute leider eher selten, jetzt werden Links und MP3`s durch die Gegend geschleudert. Das Schöne am Bloggen, man kann sein natürliche Mitteilungsbedürfnis ausleben. So darf ich dem Leser von “meiner” Musik berichten oder schlimmstenfalls merkwürde Gedankengänge absondern. Naja, früher war sowieso alles besser. Aber ich schweife ab, kommen wir zu A Sea of Leaves. Die beiden Herrschaften, Eduardo (Gitarre, Gesang) und Guzz (Bass), lassen dem ersten Anschein nach zunächst auf grobe Vertreter der Metallarbeiter-Fraktion schliessen. Doch weit gefehlt. A Sea of Leaves zeichnen sich durch elegische Feinmechanik, schwelgerische Arbeit am Zusammenschrauben von Gitarrenwänden und ähnlichen Filigranarbeiten aus. Flirrende Gitarre, verhallt-träumerischer Gesang und Melodien wie Wind und Wolken. Man nennt diese Art von Musik, der Leser ist informiert, auch Shoegaze bzw. Shoegazing.
A Sea of Leaves, das mag den Leser interessieren, stammen aus Santos und São Paulo,Brasilien. Brasilien ist aus musikalischer Sicht eher für knüppeldicken Metal und Hottentotten-Musik bekannt, darüber hinaus für`s Abholzen von Regenwäldern, das “in die Pfanne hauen” der letzten Indianer und andere Schweinereien wie das halbnackte Herumflanieren am Strand von Copacabana. Aber mit A Sea of Leaves, deren EP über das brasilanische Net-Label Sinwave vertrieben wird, darf der Freund von psychedelischer, in sich gekehrte Gemächlichkeit, aber auch der Anhänger triumpierender Gitarrensounds im Stile von Vordenkern und Zeitgenossen wie My Bloody Valentine, Amusement Parks On Fire, Autolux, Echo & the Bunnymen, Godspeed You! Black Emperor, School of Seven Bells oder Sigur Ros mit einen Grinsen im Gesicht auf den Link klicken und mit “Rechtsspeichernunter” sich ein paar schöne Songs auf die heimische Festplatte beamen.

1. Pale Horses
2. Pemanent Wave
3. Time in Overdrive
4. Until we Meet Again
A Sea Of Leaves - Until we meet again
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Label: Sinewave | A Sea of Leaves MySpace
Free MP3 Album Download: Time In Overdrive EP (zip. 71mb)
Gelesen: 735 · heute: 4 · zuletzt: 30. July 2010






Na ja, so anders als die musikalische Druidensitzung mit dem gemeinsamen Bestaunen frisch erlegter Vinyls in einer Zeit vor dieser Zeit ist das ganze Konstrukt der Bloggergemeinde mit dem MP3 durch Netze quetschen ja auch nicht. Der Impuls ist der gleiche, nur die Instrumente wurden irgendwann gewechselt.
Übrigens, im Keller die Nächte zu verbringen ist trotzdem etwas ganz Besonderes, ihr drei Musketiere am Schirm! Könnten den netten Peter mal einladen…